VfB Stuttgart Rosige Zukunft beim VfB Stuttgart? Das können die VfB-Profis von der Jugend lernen

Die Saisons der VfB-Jugend (Günes, Grimm, l.) und der Profis (Gomez, r.) hätte nicht gegensätzlicher laufen können. Foto: Pressefoto Baumann/Montage: News711

Stuttgart - Der VfB Stuttgart zeigte vereinsintern in der vergangenen Saison zwei Gesichter. Während die Profis in der Relegation den Klassenerhalt verpassten und die zweite Mannschaft in die Oberliga abgestiegen ist, spielten die A-Junioren eine historisch starke Saison.

Natürlich kann man die Situationen der unterschiedlichen Teams nicht unmittelbar miteinander vergleichen, zu unterschiedlich sind die sportlichen Anforderungen, Konkurrenzsituation und Rahmenbedingungen in den jeweiligen Ligen. Trotzdem läuft in der Jugendarbeit einiges gut, was bei den Profis nicht funktioniert.

Es liegt demnach nahe, die Frage zu stellen, was sich die erfahreneren Fußballer von den "Jungen Wilden" abschauen können, um direkt die Rückkehr in die Bundesliga zu schaffen.

Lest hier: Wer ist eigentlich diese VfB-U19?

Die historische Chance, als erste A-Jugend in der Geschichte des deutschen Fußballs das Double aus DFB-Pokal und Deutscher Meisterschaft zu gewinnen, hat die U19 knapp verpasst. trotzdem holte sie sowohl den DFB-Pokalsieg als auch den Titel im Landespokal.

Was macht diese Truppe so erfolgreich und wo kann sie als Vorbild für die Bundesliga-Mannschaft dienen, die immerhin vom ehemaligen und zukünftigen U19-Coach Nico Willig betreut wurde?

Zusammenhalt

Dass Nico Willig ein ausgesprochen guter Motivator ist, hat man jede Woche in seinen Pressekonferenzen und am Spielfeldrand in der Arena gemerkt. Wer in diesem Jahr einmal bei der A-Jugend zugeschaut hat, weiß, wovon wir reden. Die Truppe ist ein echtes, eingeschworenes Team und jeder kämpft auf dem Platz für den anderen - eine Eigenschaft, die den Profis vor allem im Frühjahr 2019 abhanden gekommen war.

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Spielfreude und Spektakel

Mehr als zwei Tore gelangen den Stuttgarter Profis in dieser Saison nur zweimal. Ganz anders sieht das bei der U19 aus.

Mit Per Lockl, Eric Hottmann und Leon Dajaku bilden gleich mehrere Jugend-Nationalspieler die VfB-Offensive in der U19 und das merkt man. An guten Tagen strotzt das Team vor Spielfreude und sorgt für spektakuläre Duelle.

Seinen Höhepunkt fand das Ganze beim wichtigen Auswärtsspiel beim FC Bayern. Ein unglaubliches Spiel endete letztlich 4:4, nachdem der VfB einen Zwei-Tore-Rückstand aufgeholt hatte, in letzter Minute nur um Zentimeter am Pfosten scheiterte und so das Comeback nicht veredelte.

Nervenstärke und Abgezocktheit

Auf dem Weg zum Süddeutschen Meistertitel fuhren die A-Junioren gleich mehrere Siege nach Rückstand ein. Das beste Beispiel für die starke Moral ist das Halbfinalrückspiel in Wolfsburg. Trotz Überlegenheit stand es bis 15 Minuten vor Schluss 1:0 für die "Wölfe". Dann gelang Leon Dajaku der Ausgleich. Im Elfmeterschießen schlug die Stunde von Torwart Sebastian Hornung und den mehr als nervenstarken Schützen, die nur einen Strafstoß nicht verwandelten.

Auswärtsstärke

Klar treffen die Jungs im Jugendbereich bei Auswärtsspielen nicht auf eine enorm feindliche Atmosphäre und tausende gegnerische Fans. Auf fremdem Platz und nach längerer Anreise müssen sie trotzdem spielen und das macht die U19 bravourös. In der gesamten Saison ging die Truppe von Nico Willig und Daniel Teufel in fremden Stadien nur zweimal als Verlierer vom Platz.

Ganz anders die Profis! Gerade einmal ein Sieg und sechs Punkte sprangen auswärts in dieser Saison heraus. Auch in der Relegation kam kein weiterer Sieg hinzu.

Abwehrbollwerk

In den 28 Saisonspielen inklusive den beiden Halbfinals kassierten die Junioren nur 28 Gegentreffer. Von durchschnittlich einem gegnerischen Tor pro Spiel können die Profis nur träumen (70 Gegentore in 34 Spielen) und das obwohl die Abwehr in der vergangenen Spielzeit noch das große Prunkstück war.

Hier haben sich die Profis allerdings tatsächlich schon eine Scheibe abgeschnitten beziehungsweise Nico Willig diese Scheibe gleich mitgebracht. In drei der letzten vier Saisonauftritte blieb seine Truppe ohne Gegentreffer, in der Relegation hielt man zumindest im Rückspiel den Kasten sauber.

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All diese Punkte machen trotz der enttäuschenden Bundesliga-Saison Hoffnung auf eine rosige Zukunft mit frischen schwäbischen Talenten.

Bei aller Euphorie um die U19 darf man jedoch nicht vergessen, dass es sich hier auch um einen außergewöhnlich starken Stuttgarter Jahrgang handelt. Die U17 und U16 spielen dagegen beide eine solide aber wenig zufriedenstellende Saison und beendeten die Spielzeit nicht in den Top 3 ihrer Ligen.

Hitzlsperger und Co. haben also noch etwas Arbeit vor sich, um auch langfristig den VfB-Nachwuchs wieder zu einem Aushängeschild an der Mercedesstraße zu machen.

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