VfB Stuttgart Moralschelle vom TSG-Trainer, Hass der TSG-Fans: So rechtfertigt Zuber seinen Torjubel

Im Spiel gegen seinen eigenen Verein traf Zuber in der 66. Spielminute das Tor. Foto: Pressefoto Baumann

Stuttgart - "Ich habe grossen Respekt vor Hoffenheim, aber falls ich ein Tor schieße, werde ich das Tor bejubeln, weil in unserer Situation jedes Tor sehr wichtig ist", so Steven Zuber vor dem Spiel gegen Hoffenheim gegenüber den "Stuttgarter Nachrichten". Der Zürcher ist beim VfB Stuttgart angekommen. Er ist dort zwar nur bis zum Saisonende unter Vertrag, aber ob es anschließend wieder zurück zu seinem ursprünglichen Verein, der TSG Hoffenheim, geht, ist fraglich. In der Partie gegen die TSG am Samstag traf Zuber nämlich und er jubelte auch. Das kam bei den Fans und dem Trainer seines eigentlichen Vereins gar nicht gut an. Die Fans dissten ihn im Netz und Trainer Nagelsmann verpasste ihm eine Moralschelle im Sky-Interview.

Steven Zuber ist ein wichtiger Spieler für den VfB Stuttgart geworden. Anfängliche Schwierigkeiten im Zusammenspiel der VfB-Profis sind wie weggeblasen, nun ist Zuber gesetzt und ein Erfolgsgarant in jedem Spiel. Fünf Tore und einen Treffer vorbereitet - das ist die Quote des Zürchers aus acht Spielen bisher. 

Während die VfB-Fans den Kicker immer fester ins Herz schließen und sich auch Teamkollegen, wie Benjamin Pavard, mit Steven anfreunden, bleibt aber die Situation, dass der VfB Stuttgart keine Kaufoption besitzt und Zuber bei der TSG bis 2020 unter Vertrag steht. 

Lest hier: Bleibt Steven Zuber beim VfB? Eine Analyse

Das ist die Situation auf dem Papier. Gefühlstechnisch sieht es aber nach dem Spiel am Samstag ganz anders aus.

Zuber traf gegen die TSG, rannte los und bejubelte seinen Treffer wie angekündigt. Dabei stand er offenbar vor der Fankurve der TSG, die es wiederum gar nicht witzig fand, dass ihr Spieler ihnen jetzt für den falschen Verein vorjubelt. Die Situation eskalierte. Als Zuber auf Instagram ein Foto von sich und seinem TSG-Kumpel Andrej Kramaric beim Essen nach dem Derby postete, beleidigten einige Hoffenheim-Fans den Torjäger. Dort liest man in den Kommentaren: "Lass dich nie wieder bei der TSG blicken", "echt ehrenlos der Jubel heute", "Hau ab" oder "Hoffentlich bleibt dir das Essen im Hals stecken". Gar nicht nett.

Moralschelle von TSG-Trainer

Auch TSG-Trainer Julian Nagelsmann äußerte im Interview bei Sky-Sport seinen Unmut über Zubers Torjubel für den VfB: „Für ihn freue ich mich. Ich fand den Jubel nicht ganz so glücklich vor unseren Fans. Ich weiß nicht, ob er das zwingend machen muss. Über den Jubel darf er gerne noch einmal nachdenken, ob das der richtige Weg ist.“ 

Das sagte Steven Zuber zum Jubel

Steven Zuber meldete sich nach dem Spiel ebenfalls zu Wort: „Es ist einfach mein Torjubel. Es gab schon ein paar Kommentare, ich möchte hier etwas klarstellen: Es war überhaupt nicht gegen die Fans von Hoffenheim gedacht. Ich stand einfach da. Die Hoffenheimer Jungs haben immer noch meinen allergrößten Respekt und vor allem auch die Fans. Bitte nichts Falsches interpretieren.“

Frust bei den TSG-Spielern

Dass Hoffenheim als Tabellen-Achter gegen den Tabellen-Sechszehnten "nur" einen Punkt holt, scheinte auch die Spieler zu ärgern. Kerem Demirbay sagte im Sky-Sport-Interview: "Am Ende spielen wir hier 1:1 und der Gegner macht es uns schwer. Wir nehmen leider Gottes nur einen Punkt mit. Da muss ich ehrlich zugeben, ich will da nichts schönreden, das ist zu wenig für uns.“

Weinzierl happy

VfB-Trainer Weinzierl hingegen ist zufrieden: „Wir sind auf einem guten Weg. Wir entwickeln uns – zwar spät, aber in den letzten Wochen ist es so. Natürlich haben wir Stabilität in unserem Spiel, aber wir müssen uns spielerisch auch entwickeln. Da haben wir gerade in der zweiten Hälfte dann auch gute und verbesserte Ansätze gezeigt.“

Scheint also, als ob es bei dem Ärger um Zubers Jubel nicht nur um die Freude selbst geht, sondern auch um die Tatsache, dass es die TSG gegen den VfB schwer hatte und das zu einem großen Teil an ihrer Leihgabe an den schwäbischen Verein lag: Steven Zuber. Der liefert für den VfB Topspiele, wo er bei in Hoffenheim bis vor kurzen noch nur auf der Bank saß. 

Jubel nun ungerechtfertigt?

Aber so ist es beim Fußball eben. Steven Zuber bekommt Chancen beim VfB, zeigt wie motiviert er ist und liefert ab. Sein Talent wird der TSG nun eben knallhart vor Augen geführt. Er ist ein Profi und erfüllt seinen Auftrag, nämlich den VfB im Kampf gegen den Abstieg zu unterstützen. Auf Instagram entschuldigte er sich auch noch mit den Worten: "Jeder der mich kennt, weiss, dass ich immer 100 Prozent für meine Mannschaft gebe."

Ob der Jubel nun uncool war oder nicht: Fakt ist, es ist einungeschriebenes Blatt, dass Ex-Spieler nicht gegen ihren Ex-Verein jubeln, Steven ist aber kein Ex-Spieler und die TSG nicht sein Ex-Verein. 

Lest hier: Kennenlernen mit Stolpersteinen - VfB-Profi Steven Zuber und seine schöne Mirjana

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