NEWS711 USK erlaubt ab jetzt Hakenkreuze in Videospielen

Ab jetzt können Hakenkreuze auch in Videospielen abgebildet sein. (Symbolbild) Foto: Shutterstock: sezer66

Stuttgart - USK ist die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle und reguliert, ab welchem Alter Filme, Games und Co. erlaubt sind. Nun ändert die USK aber ihre Prüfpraxis von Spielen, in denen Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verwendet werden. Bedeutet im Prinzip: In Videogames dürfen ab jetzt Hakenkreuze gezeigt werden. 

Anders als in Spielfilmen waren Hakenkreuze und andere Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen in Videospielen verboten. Ab sofort kann die Sozialadäquanzklausel des § 86a Abs. 3 des Strafgesetzbuches (StGB) durch die USK-Gremien bei der Prüfung von Computerspielen miteinbezogen werden.

Damit können solche Computer- und Videospiele eine Altersfreigabe der USK erhalten, in denen die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen von den USK-Gremien als "sozialadäquat" beurteilt wird.

Call of Duty und Wolfenstein II

Diese Sozialadäquanzklausel wird bereits bei Filmen angewandt, nicht aber bei Computer- und Videospielen. In Videospielen wie "Call of Duty" oder "Wolfenstein II", in denen Nazis eine wichtige Rolle spielen, wurden NS-Symbole für den deutschen Markt deswegen abgeändert - etwa das Hakenkreuz in ein Dreieck.

Elisabeth Secker, Geschäftsführerin der USK sagte dazu: „Durch die Änderung der Rechtsauffassung können Spiele, die das Zeitgeschehen kritisch aufarbeiten, erstmals mit einem USK-Alterskennzeichen versehen werden. Dies ist bei Filmen schon lange der Fall und auch im Hinblick auf die Kunstfreiheit richtigerweise jetzt auch bei Computer- und Videospielen. Die Gremien der USK werden auch diese Aufgabe mit großer Sorgfalt, Kompetenz und Verantwortungsbewusstsein wahrnehmen.“

Computerspiele haben großes Potenzial für die Gesellschaft

Wolfang Hußmann, Vorsitzender des Beirats der USK und Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz erklärt den Grund für diese Änderung: „Als Beirat der USK kennen wir das große Potenzial von Computerspielen für die Gesellschaft und sehen gleichzeitig die gesellschaftliche Verantwortung für einen guten Schutz von Kindern und Jugendlichen.“

Die Entscheidung, ab welchem Alter Spiele freigegeben werden, muss entsprechend immer einzeln geprüft werden.