Diese Fakten über Cannabis solltet ihr unbedingt wissen

Alle wichtigen Informationen über Cannabis erfahrt ihr hier. (Symbolbild) Foto: shutterstock/Canna Obscura

Stuttgart - Seit es die Menschheit gibt, berauschen wir uns mit allerlei Zeugs. Kauten unsere Vorfahren noch auf irgendwelchen Blättern rum (was einige auch heute noch tun), haben sich die Mittel und Wege, wie sich Menschen Drogen reinpfeifen in den Jahrtausenden immer weiterentwickelt.

Ob man die Substanz jetzt trinkt, raucht, schnupft, kaut, isst oder spritzt - Drogen gibt es in den unterschiedlichsten Formen mit den unterschiedlichsten Wirkungen und natürlich auch Gefahren.

Wir von NEWS711 stellen euch in unserer Reihe "DOpe-DOnnerstag" - kurz "Dodo" - die bekanntesten Rauschmittel dieser Welt vor. Wichtig ist dabei, dass wir die Drogen auf keinen Fall verherrlichen, alles was wir wollen, ist aufklären.

Im ersten "Dodo"-Teil widmen wir uns der mit Abstand am häufigsten in Deutschland konsumierten illegalen Droge: Cannabis.

Eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Deutschland schätzt, dass im Jahr 2014 17,7 Prozent der jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal Cannabis konsumiert hatten.

Was ist Cannabis eigentlich?

Cannabis ist eine Pflanze aus der Gattung der Hanfgewächse (zu denen übrigens auch der Hopfen gehört, aus dem unter anderem Bier hergestellt wird). Als Droge werden Teile der weiblichen Hanfpflanze konsumiert.

Welche Wirkstoffe machen den Kiffer high?

Die zwei wichtigsten Wirkstoffe in der Cannabis-Pflanze sind Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). Während THC eine psychoaktive Substanz ist, die euch high macht, wirkt CBD beruhigend und entzündungshemmend.

Welche Arten von Cannabis gibt es?

Marihuana

Bei Marihuana - auch als Gras oder Weed bezeichnet - handelt es sich um die getrockneten weiblichen Blüten. Der THC-Gehalt kann je nach Sorte stark variieren und liegt grob zwischen nahe 0 und mehr als 30 Prozent.

Haschisch

Haschisch - auch als Hasch oder Shit bekannt - ist das gepresste Harz der Hanfpflanze und kann ähnlich wie Marihuana zwischen nahezu 0 und mehr als 30 Prozent THC enthalten.

Haschischöl

Auch Haschischöl - auch Haschöl oder THC-Öl - wird wie Haschisch aus dem Harz der Blütenstände gewonnen. Haschischöl ist das stärkste Cannabis-Produkt. Der durchschnittliche THC-Gehalt beträgt zwischen 15 und 20 Prozent, doch es werden auch teilweise Werte von bis zu 80 Prozent erreicht.

Kief

Bei Kief - auch als Keef, Kef, Kif, Pollen bezeichnet - handelt es sich um eine pudrige Substanz aus den Härchen der Hanfpflanze. Der THC-Gehalt ähnelt dabei dem von Haschisch, denn bei Haschisch handelt es sich praktisch um gepresstes Kief.

Wie wird Cannabis konsumiert?

Über die Lunge

Die herkömmlichste Art, Cannabis zu konsumieren ist über die Lunge. Dabei unterscheidet man zwischen Verdampfung, zum Beispiel mit einem Vaporizer, oder Rauchen. 

Rauchen kann man die Droge beispielsweise als Joint (mit Zigarettenpapier gerollt), Bong (Wasserpfeife ohne Schlauch), Pfeife, Blunt (in Zigarrenblättern) oder Shillum (Rohr aus Holz, Ton oder Stein).

Vor allem in Deutschland ist es üblich, Cannabis noch Tabak beizumischen.

Diese Art des Konsums ist für die Atemwege gesundheitsschädlich - egal ob mit oder ohne Tabak, denn auch Cannabis soll Studien zufolge krebserregende Stoffe enthalten.

Über den Magen

Auch sehr beliebt ist das Essen von Cannabis. Dabei wird die Droge mit sehr fetthaltigen Nahrungsmitteln verarbeitet oder in fetthaltigen Trägersubstanzen gelöst, denn die Cannabinoide sind fettlöslich.

In Gebäck, Kakao oder Schokolade lässt sich Cannabis am effektivsten konsumieren. Entsprechende Kekse werden auch als Space Cakes oder Space Cookie bezeichnet.

Als Getränk kann man zum Beispiel Cannabisbutter in Tee mit Honig mischen.

Wie wirkt Cannabis?

Wie oben schon beschrieben sind vor allem THC und CBD für den Rausch verantwortlich. THC wirkt dabei psychoaktiv und hat Auswirkungen auf das Nervensystem. Dabei können sich Glücksgefühle und Entspannung einstellen, THC ist unter anderem auch schmerzlindernd - übrigens genauso wie das weitaus schwächere CBD, das auch noch entzündungshemmend und appetitanregend ist.

Mitunter kann es zu wahren Heißhungerattacken kommen, die häufig auch als Fress Flash bezeichnet werden.

Wann setzt die Wirkung ein und wie lange dauert sie?

Das kommt darauf an, wie Cannabis konsumiert wird. Wenn ihr einen Joint raucht, setzt die Wirkung nach ein paar Minuten ein und hält zwei bis drei Stunden an. Beim Essen von Cannabis dauert es zwischen einer halben Stunde und einer Stunde bis es wirkt, dann kann es aber auch einige Stunden dauern, bis ihr wieder nüchtern seid.

Welche gesundheitlichen Gefahren gehen von Cannabis aus?

Atemwege

Wird Cannabis geraucht, kann dies negative Auswirkungen auf die Atemwege haben - so ganz sicher ist das in dem Fall, wenn auch Tabak beigemischt wird, denn dann sorgen die krebserregenden Stoffe des Tabaks dafür. Im Cannabisrauch selbst sind allerdings auch krebserregende Stoffe zu finden.

Diese Gefahr kann man minimieren, wenn man einen Vaporizer benutzt, denn dabei wird das Cannabis nicht verbrannt, sondern verdampft.

Gehirn

Cannabis kann auch Veränderungen im Gehirn hervorrufen. So soll Cannabis-Konsum die Wahrscheinlichkeit erhöhen, an Schizophrenie zu erkranken.

Außerdem wirkt sich Cannabis negativ auf einige kognitive Leistungen aus, wie zum Beispiel Aufmerksamkeit und Gedächtnisfunktion.

Bei regelmäßigem Konsum sinkt Studien zufolge auch die Motivation, sich am täglichen Arbeits- oder Schulleben zu beteiligen.

Vor allem Jugendliche sollten sich in Acht nehmen, denn im Teenager-Alter sind die Einflüsse der Droge auf das Gehirn besonders ausgeprägt.

Abhängigkeit

Auch von Cannabis wird man abhängig. Dabei kommt es darauf an, wie viel und wie regelmäßig man die Droge konsumiert. Generell ist die Abhängigkeit doch eher gering, so entwickeln insgesamt etwa neun Prozent aller Cannabiskonsumenten über die Lebenszeit eine Abhängigkeit von Cannabisprodukten.

Kann man an einer Überdosis Cannabis sterben?

An einer Überdosis Cannabis zu sterben, ist sehr unwahrscheinlich. Um eine tödliche Dosierung zu erreichen, müsste ein 70 Kilogramm schwerer Mensch 10,5 bis 280 Gramm reines THC essen. Bislang wurde kein Fall dokumentiert, bei dem ein Mensch an einer Überdosis Cannabis gestorben ist.

Welche Rolle spielt Cannabis in der Medizin?

Cannabis wird wegen seiner schmerzlindernden und entzündungshemmenden Wirkung oft bei chronisch Schwerkranken eingesetzt. Außerdem kommt den Patienten die appetitanregende Wirkung entgegen.

In Deutschland ist Cannabis seit 2011 ein verschreibungsfähiges Medikament. Seit März 2017 können bedürftige, chronisch Schwerkranke Cannabis auf Rezept bekommen. In Einzelfällen übernehmen auch die Krankenkassen die Kosten.

Ärzte dürfen Patienten im Monat bis zu 100 Gramm Cannabis in Form getrockneter Blüten oder bis zu 1 Gramm als Extrakt in standardisierter pharmazeutischer Qualität verschreiben.

In welchen Ländern ist Cannabis erlaubt, in welchen verboten?

In Deutschland gilt folgende Rechtslage (Stand: 23. Januar 2019): Der Konsum von Cannabis ist nicht strafbar - Anbau, Erwerb, Besitz, Verkauf allerdings schon.

Es gibt jedoch die berühmte "geringe Menge", bei der die Staatsanwaltschaft von einer Strafverfolgung Abstand nehmen kann (aber nicht muss!). Diese Menge ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. In Baden-Württemberg liegt sie bei sechs Gramm, in Berlin, Bremen und Niedersachsen ist die geringe Menge mit 15 Gramm am höchsten. 

In den Niederlanden ist Cannabis übrigens vom Gesetz her auch verboten, der Erwerb und der Besitz einer Menge zwischen 5 und 30 Gramm ist jedoch geduldet und somit straffrei.

Situation in den USA: Alaska, Kalifornien, Colorado, Oregon, Massachusetts, Maine, Michigan, Nevada, Vermont und Washington (Bundesstaat), sowie der Bundesdistrikt Washington D.C. haben Cannabis als Rauschmittel legalisiert.

Auch in Kanada und Uruguay ist der Besitz von Cannabis legalisiert.

Führerschein und Cannabiskonsum

Probleme gibt es für kiffenden Autofahrer in jedem Fall: Wird man bekifft am Steuer erwischt, ist der Lappen erstmal weg und mann muss zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU, besser bekannt als Idiotentest).

Allerdings hat das Bundesverfassungsgericht 2004 einen Grenzwert von 1,0 ng/ml aktivem THC im Serum (Blut) festgelegt, bei dem nicht zwangsläufig eine Gefahr für den Straßenverkehr ausgehen soll. Ein derartiger Test - vergleichbar mit einem Alkoholtest - steht der Polizei bei Kontrollen allerdings nicht zur Verfügung.

Wird ein Kiffer nicht beim Autofahren erwischt, wird dies normalerweise der Verwaltungsbehörde gemeldet. Das wiederum führt zu einem Eintrag in die Führerscheindatei.

Diese Promis ziehen gerne einen durch

Cannabis ist auf der ganzen Welt verbreitet. So gibt es Schätzungen zufolge rund 147.000.000 Menschen auf diesem Globus, die schon mal gekifft haben, darunter gibt es auch viele Promis - logischerweise eine ganze Menge aus der Hip Hop-Welt, wie zum Beispiel Snoop Dogg, B-Real, Redman, Method Man oder Sammy Deluxe.

Aber auch Schauspieler wie Jennifer Aniston, Morgan Freeman, Brad Pitt, Robert Downey Jr., Johnny Depp, Whoopi Goldberg, Bruce Willis oder Matt Damon sind ab und an einem Joint nicht abgeneigt.

Auch vor Politikern macht das Kraut nicht halt: So haben beispielsweise Cem Özdemir, Bill Clinton, George W. Bush, Al Gore oder Sarah Palin schon den einen oder anderen Zug inhaliert.

Weitere prominente Kiffer gibt es in folgendem Video:

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