News711 - DOpe-DOnnerstag Meskalin: Das musst du über die Droge aus Kakteen wissen

Meskalin wird aus Kakteen gewonnen. (Symbolbild) Foto: Shutterstock/ Photo Spirit

Stuttgart - Seit es die Menschheit gibt, berauschen wir uns mit allerlei Zeugs. Kauten unsere Vorfahren noch auf irgendwelchen Blättern rum (was einige auch heute noch tun), haben sich die Mittel und Wege, wie sich Menschen Drogen reinpfeifen in den Jahrtausenden immer weiterentwickelt.

Ob man die Substanz jetzt trinkt, raucht, schnupft, kaut, isst oder spritzt - Drogen gibt es in den unterschiedlichsten Formen mit den unterschiedlichsten Wirkungen und natürlich auch Gefahren.

Wir von NEWS711 stellen euch in unserer Reihe "DOpe-DOnnerstag" - kurz "Dodo" - die bekanntesten Rauschmittel dieser Welt vor. Wichtig ist dabei, dass wir die Drogen auf keinen Fall verherrlichen, alles was wir wollen, ist aufklären.

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Im dritten "Dodo"-Teil widmen wir uns der Halluzinogen-Droge Meskalin.

Von Meskalin werden die Menschen schon seit Ewigkeiten high, denn die Droge kommt in der Natur vor. Indianische Schamanen nutzten den Wirkstoff, der aus getrockneten Kakteen gewonnen wird, seit mindestens 6000 Jahren für Riten und "telepathische Flüge". Damit ist Meskalin das weltweit am längsten bekannte Halluzinogen. Zum Glauben der Stämme gehört auch, dass im Meskalinrausch wichtige Lebensentscheidungen getroffen werden können.

Neben LSD war Meskalin besonders in der Drogenszene der 60er-Jahre populär und wurde als Alternative zum Alkohol gefeiert. Heutzutage wird die Droge jedoch kaum noch konsumiert, wie aus der Global Drug Survey 2018 hervorgeht. Dort kommt Meskalin nicht einmal mehr vor, was bedeutet, dass  weniger als 0,2 Prozent der Befragten hierzu Angaben gemacht haben.

Was ist Meskalin eigentlich?

Gewonnen wird Meskalin aus Kakteen. Hier ist besonders der Kaktus Peyote hervorzuheben, der in Teilen Mexikos und im südlichen Texas vorkommt. Neben Peyote gibt es noch andere Kakteen in Südamerika, in denen Meskalin in verschieden hoher Dosierung beinhaltet ist.

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Welche Wirkstoffe machen den Konsumenten High?

Der chemische Name von Meskalin ist 3,4,5-Trimethoxyphenethylamin, was zur Familie der Phenylethylamine gehört. Durch die strukturelle Ähnlichkeit mit den Neurotransmittern Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin aktiviert der Wirkstoff das sympathische Nervensystem. Die halluzinogene Wirkung ist ähnlich wie bei LSD, allerdings ist Meskalin deutlich schwächer.

Wie wird Meskalin konsumiert?

Die Kakteen können sowohl im getrockneten als auch im frischen Zustand verzehrt werden. Dazu werden sie in dünne Scheiben geschnitten und wahlweise gegessen oder als Tee aufgekocht. Der entstehende Sud ist extrem bitter, weswegen den Konsumenten zunächst kotzübel wird. Meskalin sollte deshalb auf leeren Magen konsumiert werden.

Den Peyotekaktus kann man auch rauchen, allerdings schwächt dies die Wirkung enorm ab. Synthetisch hergestelltes Meskalin kann als Pulver geschnupft oder als gepresste Kugeln geschluckt werden.

Wie wirkt Meskalin?

Der Rausch von Meskalin wird als extrem psychedelisch und ekstatisch beschrieben und wird von Glücksgefühlen begleitet. Konsumenten berichten oft von einem euphorischen Zustand mit Visionen so wie einem veränderten Empfinden von sich selbst. Farben werden intensiv wahrgenommen, man sieht Streifen und Schachbrettmuster, sogar mit geschlossenen Augen. Auch die anderen Sinne sind empfindlicher.

Im Großen und Ganzen ist die Wirkung der von LSD sehr ähnlich, allerdings ist sie schwächer.

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Wann setzt die Wirkung ein und wie lange dauert sie?

Nach ein bis zwei Stunden setzen die halluzinogenen Effekte ein, die Wirkung hält etwa acht bis 12 Stunden an. Die maximale Wirkung erreicht man nach etwa fünf Stunden.

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Welche gesundheitlichen Gefahren gehen von Meskalin aus?

Meskalin sollte immer auf leeren Magen konsumiert werden, da es sonst zu starker Übelkeit mit Erbrechen kommen kann. Dadurch entsteht die Gefahr, zu ersticken. Durch die halluzinogene Wirkung kann es wie auch bei LSD zu Horrortrips kommen, aus denen der Konsument sich selbst nicht lösen kann. Die Folge sind Panik und Angstattacken. Auch das Verhalten bei sonstigen Halluzinationen birgt Gefahren.

Auf die psychische Gesundheit scheint Meskalin nach aktuellen Untersuchungen keinen Einfluss zu haben, es macht weder körperlich noch psychisch abhängig. Für die psychologische Forschung ist der Wirkstoff interessant, da Rezeptoren im Gehirn aktiviert werden, die bei Angststörungen, Depressionen und Suchterkrankungen eine Rolle spielen.

In welchen Ländern ist Meskalin erlaubt, in welchen verboten?

In Deutschland fällt Meskalin unter das Betäubungsmittelgesetz und ist seit 1967 verboten. Allerdings war es in den 50er und 60er Jahren legal und bei Forschern beliebt. Der Besitz und Handel meskalinhaltiger Kakteen ist allerdings erlaubt, wenn botanische Zwecke verfolgt werden.

In den USA drohen auf Besitz von Meskalin fünf Jahre Knast.

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Diese Promis sind bekannt für ihren Meskalin-Konsum

Aldous Huxley, Verfasser von "Schöne neue Welt", ist für seinen Meskalin-Konsum bekannt und verfasste in diesem Zusammenhang auch das Buch "Die Pforten der Wahrnehmung". Darin beschreibt er die Auswirkungen der Droge auf sein Bewusstsein.

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