News711 - DOpe-DOnnerstag Kleiner Pilz, große Wirkung: Alles, was du über Fliegenpilze wissen musst

Fliegenpilze gelten auch als Glückssymbol. Foto: Shutterstock/George Dolgikh

Stuttgart - Seit es die Menschheit gibt, berauschen wir uns mit allerlei Zeugs. Kauten unsere Vorfahren noch auf irgendwelchen Blättern rum (was einige auch heute noch tun), haben sich die Mittel und Wege, wie sich Menschen Drogen reinpfeifen in den Jahrtausenden immer weiterentwickelt.

Ob man die Substanz jetzt trinkt, raucht, schnupft, kaut, isst oder spritzt - Drogen gibt es in den unterschiedlichsten Formen mit den unterschiedlichsten Wirkungen und natürlich auch Gefahren.

Wir von NEWS711 stellen euch in unserer Reihe "DOpe-DOnnerstag" - kurz "Dodo" - die bekanntesten Rauschmittel dieser Welt vor. Wichtig ist dabei, dass wir die Drogen auf keinen Fall verherrlichen, alles was wir wollen, ist aufklären.

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Wenn ihr jemanden kennt, der Suchtprobleme hat oder selbst ein Drogenproblem habt, dann wendet euch bitte an eine Suchtberatung wie zum Beispiel das Servicetelefon des DRK (0800-365000).

Heute widmen wir uns einer Droge, die ihr auch in den heimischen Wäldern findet: Fliegenpilz.

Fast jedes Kind weiß sicher Bescheid, dass der rote Pilz mit den weißen Punkten giftig ist und auf keinen Fall gegessen werden sollte. Allerdings ist bisher nur ein Todesfall in Zusammenhang mit einer Vergiftung durch Fliegenpilze dokumentiert. Essen solltet ihr ihn natürlich trotzdem nicht! Im Pilz finden sich vor allem die Gifte Muscarin, Muscimol und Ibotensäure. Zu den Symptomen einer Vergiftung gehören Verwirrung und Sprachstörungen, aber auch Halluzinationen und ein Gefühl des Schwebens. 

Anders als bei halluzinogenen Drogen, löst der Fliegenpilz eher ein Delirium aus. Der Konsument erkennt oft nicht, dass das Erlebte nicht echt ist, es gibt nur selten optische, dafür häufig akustische Halluzinationen. Im Anschluss erinnert man sich oft nicht mehr an das Erlebte. Wie auch Ayahuasca, findet der Fliegenpilz im Schamanismus Anwendung. Seit Jahrtausenden ist die Droge bei sibirischen Völkern bekannt. Das "Göttliche Fleisch" soll den Konsumenten mit der spirituellen Welt verbinden.

Wie wird der Fliegenpilz konsumiert?

Achtung, jetzt wird es unappetitlich, denn es ist üblich den Urin eines Schamanen zu trinken, nachdem der den Pilz gegessen hat. Eine andere Variante ist es den Urin von Tieren zu trinken. Das klingt zwar ekelhaft, ist aber durchaus sinnvoll, denn die giftige Wirkung ist hier extrem verringert, auch Nebenwirkungen wie Brechreiz und Krämpfe entfallen, während der Rausch dennoch einsetzt.

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Grundsätzlich kann der Pilz auch getrocknet und dann geraucht werden, in der Regel wird er jedoch oral konsumiert. Hier sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt: Getrocknet, Eingelegt oder in Öl angebraten sind nur einige Möglichkeiten. 

Wie wirken Fliegenpilze?

Optische Halluzinationen sind selten, wohingegen es häufig zu akustischen Wahrnehmungen kommt. Konsumenten haben Außerdem oft das Gefühl, dass noch andere Personen anwesend sind und werden körperlich extrem aktiv. Zwischen den aktiven Phasen kann es zu Schlaf kommen, der einer Ohnmacht ähnlich ist und von extremen Träumen begleitet wird.

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Meistens erinnern sich die Konsumenten im Anschluss nicht mehr an das Erlebte.

Wann setzt die Wirkung ein?

Die Wirkung setzt frühestens nach einer halben Stunde und spätestens etwa nach zwei Stunden ein. Insgesamt dauert die Wirkung etwa fünf bis zehn Stunden an und erreicht ihren Höhepunkt nach zwei bis drei Stunden.

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Welche Gefahren gehen von Fliegenpilzen aus?

Die im Fliegenpilz enthaltenen giftigen Stoffe können zu Übelkeit, Durchfall und Erbrechen führen, nach dem Trip hat man einen Kater. Krampfanfälle, Tremor und Lähmungen sind möglich, bei einer Überdosierung kann man ins Koma fallen. Wie bei anderen psychoaktiven Substanzen besteht die Gefahr eines Horrortrips.

Wie sieht die rechtlichen Lage in Bezug auf Fliegenpilze aus?

Alle drei giftigen Inhaltsstoffe der Pilze sind nicht im Betäubungsmittelgesetz aufgeführt, die Pilze sind daher legal. Allerdings ist es verboten, psychoaktive Pilze zu trocknen oder auf andere Art und Weise als Rauschmittel zu verarbeiten.

Wer die rote Haut entfernt und die Pilze für mehrere Stunden in Wasser oder Milch einlegt, löst die psychoaktiven Stoffe und kann den Pilz als Speisepilz verwenden.

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