Jugend des VfB Stuttgart Plan B neben dem Profifußball steht schon bereit - VfB-Talent Jordan Meyer im Interview

Jordan Meyer spielt in der U19 des VfB und in der Junioren-Nationalmannschaft. Foto: Baumann

Stuttgart - Jordan Meyer ist erst 17 Jahre alt, gehört beim VfB Stuttgart aber schon zu den vielversprechendsten Nachwuchshoffnungen. Der Bad Cannstatter identifiziert sich voll und ganz mit Stuttgart und trägt bereits seit der U13 das Trikot mit dem Brustring.

Wir trafen das Talent im Palm Beach direkt an der Mercedes-Benz Arena zum Interview. Im ersten Teil unseres Gesprächs gab uns der Mittelfeldspieler Einblicke in seine persönlichen Ziele und die sportliche Perspektive der U19 in dieser Saison.

Im zweiten Teil haben wir mit Jordan über seinen Weg zum VfB, das Leben zwischen Schule, Freizeit und dem Traum vom Profi-Fußball sowie seinem Plan B, falls es mit der großen Karriere im Sport doch nicht klappen sollte, gequatscht.

NEWS711: Jordan, wie bist du eigentlich als junger Fußballer von deinem Heimatverein zum VfB gekommen?

Jordan: In jüngeren Altersklassen gibt es Trainingseinheiten, zu denen Spieler kommen können und vorspielen dürfen. Ab einer bestimmten Altersklasse gibt es das nicht mehr, da wird man bei Spielen oder Turnieren gesichtet. So war es auch bei mir. Ich durfte damals einmal mittrainieren und habe mich empfohlen.

NEWS711: Was bedeutet dir Stuttgart?

Jordan: Auf jeden Fall Heimat. Ich bin hier aufgewachsen und identifiziere mich mit der Stadt. Stuttgart steht für mich für Autos, eine schöne Innenstadt und eine tolle Mentalität der Leute. Außerdem hat die Kessellage schon einen besonderen Charme. Von der Größe her, ist es für mich die perfekte Stadt.

Falls ich eines Tages studieren sollte, würde ich trotzdem gerne eine andere Stadt vorziehen, um Eigenständigkeit zu haben und mal von Zuhause wegzukommen. Stuttgart wird aber immer eine Stadt sein, zu der ich mich hingezogen fühle.

NEWS711: Wann hast du für dich die Entscheidung getroffen, dass du voll und ganz das Ziel Profifußball in Angriff nehmen möchtest?

Jordan: Da gab es keinen klaren Zeitpunkt. Dieses Thema war zunächst sehr weit weg und ist dann nach und nach nähergekommen. Ich war als kleiner Junge nie jemand, der gesagt hat, ich will unbedingt Profi werden. Dieses Ziel hat sich erst in den vergangenen Jahren entwickelt, je weiter ich nach oben gekommen bin und es dadurch Stück für Stück realistischer wurde. Klar denke ich als Spieler der U19: Jetzt könnte es vielleicht klappen, das Ziel rückt näher.

NEWS711: Wie sieht dein Plan B aus, wenn es am Ende doch nicht klappen sollte?

Jordan: Wenn es nicht klappt, mache ich ein Jura- oder Medizin-Studium in Deutschland oder bewerbe mich für eine Elite-Uni in den USA. Ich möchte auf jeden Fall eines Tages studieren. Das möchte ich auch machen, falls es mit der Fußballkarriere klappen sollte. Ich kann mir durchaus auch vorstellen nach einer Fußballkarriere noch zu studieren. Jetzt will ich mich erst einmal darauf fokussieren, im Fußball möglichst weit zu kommen und dann schauen, wie sich alles auch zeitlich entwickelt.

NEWS711: Du machst nächstes Jahr dein Abitur. Wo siehst du dich in fünf Jahren?

Jordan: Hoffentlich auf dem Fußballplatz und am liebsten beim VfB.

NEWS711: Würdest du sagen, dass sich dein Leben als Hochleistungssportler im Moment stark von dem von anderen Jugendlichen unterscheidet?

Jordan: Ich würde sagen, unser Alltag unterscheidet sich schon stark, aber nicht im negativen Sinn. Ich lerne, mich zu strukturieren, Abläufe für mich zu schaffen. Ich gehe davon aus, dass ich nicht so gut in der Schule wäre, wenn ich nicht so viel Training hätte. So habe ich oft gar nicht die Möglichkeit zu überlegen, ob ich jetzt lerne oder nicht, sondern muss es einfach tun und kann es nicht aufschieben. Ich lerne also, mich zu disziplinieren. Trotzdem haben ich deutlich weniger Freizeit als andere in meinem Alter.

NEWS711: Hast du das Gefühl, du musst auf viel verzichten?

Jordan: Klar, man muss schon Abstriche machen, aber es wird auch immer wieder dramatischer dargestellt als es ist. Ich habe insgesamt nicht das Gefühl, dass ich auf viel verzichten muss, trotzdem gibt es natürlich ein paar Sachen. Ich kann zum Beispiel nicht Skifahren gehen, weil das aus körperlicher Sicht eher kontraproduktiv wäre. Klar ist auch nicht für alle Freunde immer genug Zeit. Ich habe es mir deshalb angeeignet, wenige sehr gute Freunde zu haben und mit denen auch regelmäßig etwas zu machen. Man muss sich ab und zu natürlich anhören „Oh Mann, der ist schon wieder im Training“, aber ich bin auch viel in Freundeskreisen unterwegs, in denen andere Sportler und Fußballer sind, die das gut nachvollziehen können.

NEWS711: Was machst du dann gerne in der Freizeit, wenn du mal nicht auf dem Rasen stehst?

Jordan: Ich mache gerne etwas mit Freunden und gehe auch gern Basketball spielen. Da muss man ein bisschen aufpassen während der Saison wegen der Verletzungsgefahr, deshalb spiele ich dann nicht so häufig. Außerdem spiele ich ein bisschen Klavier. Das mache ich gerne zum Ausgleich, zum Runterkommen. Ansonsten gehe ich natürlich auch gerne in die Stadt oder, wenn es der Fußballalltag zulässt, abends mal weg.

NEWS711: Wie sieht es bei dir mit Social Media aus? Ist dir das wichtig?

Jordan: Ich nutze hauptsächlich Instagram, aber da war ich auch schon mal aktiver. Einerseits finde ich es wichtig, sich da zu zeigen, andererseits ist es ein ziemlicher Zeitfresser und sehr oberflächlich. Deshalb nutze ich es nicht mehr so viel. Ich habe sogar schon mal mit dem Gedanken gespielt, mein Profil zu löschen, aber jetzt lasse ich das erst einmal nebenher weiterlaufen.

NEWS711: Welche Musik hörst du gerne privat und was läuft bei euch in der Kabine?

Jordan: Ich höre so gut wie alles phasenweise, meistens viel Ami-Rap, aber auch Charts oder mal Musik aus den 80ern und 90ern. In der Kabine läuft je nach DJ, viel Deutschrap, aber auch Ami-Rap, insgesamt viel Hip-Hop also. Es gibt zwei bis drei Stamm-DJs bei uns. Chris Mistl ist der Haupt-DJ, ansonsten macht oft Atmir Krasniqi Musik, der sehr viel Deutschrap hört.

Klick hier für mehr VfB-News:
Geile Infos zum geilsten Club der Welt!

Hot oder Schrott? Schreib uns deine Meinung zum Artikel: info@news711.de – wir freuen uns!

ANZEIGE