0711-Rap "Musik zu machen ist wie ein innerer Drang" - Fawo liefert Melodic-Trap aus Nürtingen

Die Liebe zur Musik ist Fawo angeboren. Foto: Fawo

Stuttgart - Sido, Fler, Bushido - große Rapper verbinden wir mit der Hauptstadt Berlin. Dass aber auch Kleinstadt-Rapper es zu etwas bringen können, zeigen Bausa, RIN und Nimo. Die Jungs haben in Bietigheim-Bissingen  und Leonberg angefangen Musik zu machen und spielen jetzt ganz oben mit. Bausa hat zum Beispiel mit seinem Track "Was du Liebe nennst" Gold geholt, RIN hat 2017 für sein Album "EROS" eine 1-Live-Krone für „bestes Album“ bekommen und Nimo steht aktuell für Dreharbeiten für einen Film vor der Kamera. Aber auch diese Jungs haben mal klein angefangen. In gemieteten Studios zusammen mit ihren Kumpels hatten sie einen Traum.  

So geht es aktuell auch vielen anderen jungen Rappern aus Stuttgart und Region. Egal, ob in Waiblingen, Schorndorf, Ludwigsburg oder in anderen Kleinstädten - Newcomer im Rap Game gibt es überall!

Wir stellen euch hier regelmäßig einen Newcomer aus Stuttgart und der Region vor und zeigen so, wie viel Potenzial die Rap-Szene hier hat. Heute stellen wir euch den Rapper Fawo aus Wolfschlugen vor.

Fawozane Ouro-Djobo kam mit zehn Jahren gemeinsam mit seiner Mutter und seiner Zwillingsschwester von Togo nach Wolfschlugen im Kreis Esslingen und ging in Nürtingen zur Schule. Die Musik wurde dem 27-Jährigen in die Wiege gelegt. "Ich habe schon als Kind immer gesungen und auf Feiern getanzt, das ist wie ein innerer Drang", verrät uns Fawo im Gespräch.

Für Musik schlug sein Herz schon immer, seine Liebe zum Rap wurde durch das Radio geweckt. Bei bigFM gab es eine Show mit BJ Berry, bei der man anrufen und freestyle rappen konnte. "Ich konnte damals noch nicht so gut Deutsch und habe dann eine lange Mail dort hingeschrieben und durfte dann mitmachen", erinnert sich Fawo und legte einen französischen Rap hin, der für Begeisterung sorgte.

Mit 16 Jahren fing er dann auch an Beats zu bauen und hatte seine Passion gefunden. "Ich wollte nur noch Betas bauen, auch für andere Leute. Das machte mir noch mehr Spaß als die Texte zu schreiben", verrät Fawo. Allerdings reichte das Talent damals dazu noch nicht ganz aus. Neben der Schule ging es aber jeden Tag ins Studio ab an die Beats. Auf YouTube hat der Newcomer einige Clips hochgeladen und an Plattenfirmen geschickt. Fawo unterschrieb sogar einen Vertrag bei dem Label Universal, der allerdings aus internen Gründen nach einigen Jahren ausgelaufen ist.

Grund aufzugeben war das allerdings nicht und inzwischen hat Fawo in Harambe ein neues Label gefunden und auch seine erste Single "Amnesie" auf den Markt gebracht. "Dieses Jahr sind auf jeden Fall auch noch mehr Singles geplant und es soll auch eine EP kommen", erklärt der Rapper. Um komplett von der Musik zu leben, reicht es noch nicht, Fawo studiert in Reutlingen Wirtschaftsingenieurwesen und produziert für Unternehmen Musikstücke. "Mein Ziel ist es aber schon, als Künstler leben zu können."

Aber was macht die Musik des 27-Jährigen aus? "Die Stärke meiner Musik liegt sicher in den Beats und im Rhytmus", ist sich Fawo sicher. "Ich bin mehr Musiker als Texter. Die Struktur ist mir wichtig, etwas, das begeistert."

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